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Althaus im Winter
Stadtverwaltung Zell (Mosel), Balduinstraße 44 56856 Zell (Mosel), Tel: 06542 9696-0, Fax: 06542 9696-46, Mail: info@zellmosel.de
Stadtteil Zell-Althaus

1927 wurde der Zeller Distrikt „Althaus“ durch den Staat enteignet und dem „Rheinischen Heim“ zur Besiedelung übergeben. Ausbruch des 2. Weltkrieges bekam der Reichsarbeitsdienst die Order zur Rodung des Geländes.
Während des Krieges war es jedoch größtenteils wieder von hohenAlthaus Stadtteil von Zell Mosel Ginsterstauden bedeckt.

Am 21.02.1952 berichtete die Trierer Landeszeitung, dass das „Rheinische Heim“ die Absicht hätte, 5 Siedlungen im Distrikt „Althaus“
  zu errichten. Die Siedlungsgebäude sollten aber gegenüber dem früheren Arbeitsdienstlager bei Tellig auf städtischem Boden errichtet werden – und nicht im Distrikt „Althaus“.

Durch diese Maßnahme war den neuen Siedlern die Bindung an Schule und Kirche gesichert, außerdem konnte man sich die ansonsten hohen Straßenbaukosten sparen. Am 22.10.1952 schrieb der Trierische Volksfreund, dass die nun 7 Häuser/Gehöfte der Siedlung „Althaus“ nach damals neuesten Gesichtspunkten erbaut und ausgestattet wurden. Die Neubauern, die allesamt aus jenseits der Oder-Neiße-Linie liegenden deutschen Gebieten
  und aus den deutschsprachigen Gebieten der Tschechoslowakei und Bessarabiens stammten, fanden hier nach 7 Jahren Wanderschaft quer durchs Land endlich wieder ein Fleckchen um sesshaft zu werden.

Die Besiedelung wich von der normalen Dorfform ab, das heißt, dass die Gehöfte (wie beim süddeutschen Vorbild) nun zwar weit auseinander lagen, der Gutsherr jedoch sein Land direkt hinter dem Haus hatte.
  Schon bald ließen sich in „Neu-Zell“- wie „Althaus“ auch genannt wurde - 30 neue Bürger nieder. Damit war die Besiedelung abgeschlossen.

„Althaus“ verfügte zunächst über 7 Häuser. Jedes von ihnen war mit 5 Zimmern samt Küche und WC, Waschküche, 3 Kellerräumen und einem Speicherraum ausgestattet. Auf den Gehöften befanden sich zudem noch Stallungen, die für 6 Kühe und 2 Pferde, Schweine und Hühner  ausgelegt waren. Dazu befand sich neben den Stallungen noch eine Scheune, die zum Abstellen der Gerätschaften errichtet worden war. Bei ihr bestand außerdem die Möglichkeit der Unterkellerung. Den einzelnen Gehöften standen bis zu 16 Hektar (60 Morgen) Land zur Verfügung, von denen 12 bis 13 Morgen unmittelbar an den Hof anschlossen.  Zunächst wurden 30 Morgen Roggen eingesät. Die Beratung und Beschaffung des Saatguts regelte die Landwirtschaftsschule Büchenbeuren.

Eine Wasserleitung wurde auf 1,5 km Länge von Tellig nach „Neu-Zell“ gelegt, um die Frisch- und Abwasserversorgung der Siedlung zu sichern. Das Elektrizitätswerk war für die Stromversorgung in „Althaus“ zuständig.

Die Einwanderer mussten ihr neues Grundstück bei der Stadt in jährlichen Raten (plus Zinsen) abbezahlen. Dieses Verfahren (Verrentung genannt) belief sich auf 56 Jahre. Erst nach dieser Zeitspanne durften die Siedler die Höfe als ihr Eigentum betrachten. Die ersten 3 Jahre bekamen die Neubauern finanzielle Unterstützung der Siedlungsgenossenschaft bei der Anschaffung von Landmaschinen.  Im  4. Jahr der Verrentung konnte mit der Rückzahlung begonnen werden. Eine weitere Bedingung der Stadt an die Einwanderer bestand darin, dass es auf dem Hof keine Teilung gab.